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Solarthermie Kosten und Wirtschaftlichkeit 2025: Lohnt sich die Investition?

HeizCenter Redaktion4. Februar 202611 Min. Lesezeit
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Förderung
ROI
Investition

Zwischen 5.000 und 18.000 Euro kostet eine Solarthermie-Anlage – je nach Größe und Einsatzzweck. Diese Preisspanne verunsichert viele Hausbesitzer. In diesem Artikel finden Sie konkrete Zahlen aus der Praxis, die aktuelle Fördersituation und eine ehrliche Einschätzung, wann sich die Investition rechnet.

Was kostet eine Solarthermie-Anlage?

Die Kosten hängen davon ab, ob Sie nur Warmwasser erzeugen oder auch die Heizung unterstützen möchten. Hier die aktuellen Preise inklusive Montage:

Reine Warmwasserbereitung

Für einen Vier-Personen-Haushalt benötigen Sie etwa 4 bis 6 Quadratmeter Kollektorfläche und einen 300-Liter-Speicher. Mit Flachkollektoren liegen die Gesamtkosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Vakuumröhrenkollektoren sind effizienter, kosten aber etwa 1.500 Euro mehr.

Im Einzelnen setzen sich die Kosten zusammen aus: Kollektoren (1.500–3.500 Euro), Speicher (1.000–2.000 Euro), Regelungstechnik und Verrohrung (1.000–2.500 Euro) sowie der Montage (1.500–2.500 Euro).

Warmwasser plus Heizungsunterstützung

Wenn die Anlage auch die Heizung unterstützen soll, brauchen Sie mehr Fläche: 10 bis 15 Quadratmeter Kollektoren und einen größeren Pufferspeicher mit 600 bis 1.000 Litern. Die Gesamtkosten liegen dann zwischen 8.000 und 18.000 Euro.

Als Faustregel können Sie mit 500 bis 750 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche rechnen – inklusive aller Komponenten und der Installation.

Hinweis zur Mindestgröße

Für die KfW-Förderung gilt: Flachkollektoren müssen mindestens 9 m² groß sein, Vakuumröhrenkollektoren mindestens 7 m². Kleinere Anlagen erhalten keine staatliche Förderung.


Die Förderung 2025: So viel zahlt der Staat

Seit Januar 2024 läuft die Heizungsförderung über die KfW statt über das BAFA. Die Fördersätze sind attraktiv – aber an Bedingungen geknüpft.

Fördersätze im Überblick

Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Dazu kommen zwei mögliche Boni:

Der Klimageschwindigkeitsbonus bringt zusätzliche 20 Prozent, wenn Sie eine alte Öl- oder Gasheizung ersetzen. Der Einkommensbonus von 30 Prozent steht Haushalten mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 40.000 Euro zu.

Theoretisch ergibt das 80 Prozent – die KfW deckelt aber bei maximal 70 Prozent. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro begrenzt (60.000 Euro, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt).

Was das in der Praxis bedeutet

Anlage Kosten 30% Förderung 70% Förderung
Warmwasser (klein) 8.000 Euro 5.600 Euro Eigenanteil 2.400 Euro Eigenanteil
Kombi-Anlage 14.000 Euro 9.800 Euro Eigenanteil 4.200 Euro Eigenanteil
Premium-System 18.000 Euro 12.600 Euro Eigenanteil 5.400 Euro Eigenanteil

Wichtig: Antrag vor Vertragsabschluss

Sie müssen den KfW-Antrag stellen, bevor Sie den Installateur beauftragen. Nachträgliche Anträge werden ohne Prüfung abgelehnt. Der Bewilligungszeitraum beträgt 36 Monate.

Alternative: Steuerbonus

Wer die KfW-Förderung nicht nutzen kann oder möchte, kann die Kosten steuerlich absetzen. Nach §35c EStG sind bis zu 20 Prozent der Investition absetzbar, verteilt auf drei Jahre. Das ist weniger als die KfW-Förderung, aber ohne Vorab-Antrag möglich.


Laufende Kosten: Weniger als gedacht

Solarthermie-Anlagen sind wartungsarm. Die jährlichen Betriebskosten liegen bei etwa 150 Euro.

Darin enthalten sind die Stromkosten für die Umwälzpumpe (15–25 Euro für 50–80 kWh) und die empfohlene jährliche Wartung (100–150 Euro). Diese umfasst die Sichtprüfung der Kollektoren, Kontrolle des Anlagendrucks und der Solarflüssigkeit sowie eine Funktionsprüfung der Regelung.

Alle fünf bis zehn Jahre steht ein Wechsel der Solarflüssigkeit an (200–400 Euro). Nach 10 bis 15 Jahren kann ein Pumpentausch nötig werden (200–400 Euro). Diese Kosten fallen aber nicht regelmäßig an.


Wirtschaftlichkeit: Die ehrliche Rechnung

Hier wird es interessant – und hier trennt sich auch die Spreu vom Weizen. Die Wirtschaftlichkeit hängt stark davon ab, welche Heizung Sie aktuell haben und welche Förderung Sie erhalten.

Warmwasser-Anlage: Einsparungen

Eine Solarthermie-Anlage deckt etwa 60 Prozent des Warmwasserbedarfs – von Mai bis September sogar nahezu komplett, im Winter nur 20 bis 30 Prozent.

Bei einem Vier-Personen-Haushalt mit Gasheizung (Warmwasserbedarf 3.000 kWh, Gaspreis 10 Cent/kWh) sparen Sie rund 180 Euro Gaskosten pro Jahr. Abzüglich der Betriebskosten bleiben etwa 150 Euro netto.

Mit einer Ölheizung (15 Cent/kWh) sind es rund 250 Euro netto pro Jahr.

Kombi-Anlage: Einsparungen

Eine Kombi-Anlage deckt zusätzlich etwa 20 bis 30 Prozent des Heizwärmebedarfs. Bei einem Einfamilienhaus mit 18.000 kWh Gesamtverbrauch (Gasheizung) ergibt das eine Einsparung von rund 480 Euro brutto. Nach Abzug der höheren Wartungskosten bleiben etwa 280 Euro netto pro Jahr.

Amortisationszeit: Realistische Zahlen

Hier liegt der Knackpunkt. Ohne die maximale Förderung rechnet sich Solarthermie nur über sehr lange Zeiträume:

Szenario Eigenanteil Ersparnis/Jahr Amortisation
Warmwasser, 30% Förderung, Gas 5.600 Euro 150 Euro 37 Jahre
Warmwasser, 70% Förderung, Öl 2.400 Euro 250 Euro 10 Jahre
Kombi + Wärmepumpe, 50% Förderung 20.000 Euro 1.800 Euro 11 Jahre
Kombi + Wärmepumpe, 70% Förderung 12.000 Euro 1.800 Euro 7 Jahre

Die Lebensdauer einer Solarthermie-Anlage liegt bei 25 bis 30 Jahren. Bei günstigen Rahmenbedingungen (hohe Förderung, teure bestehende Heizung) arbeitet die Anlage also 15 bis 20 Jahre im Plus.


Für wen lohnt sich Solarthermie?

Nach dieser Analyse lässt sich klar sagen, in welchen Fällen Solarthermie wirtschaftlich sinnvoll ist – und in welchen nicht.

Solarthermie ist sinnvoll, wenn:

Sie eine alte Öl- oder Gasheizung (älter als 20 Jahre) ersetzen und damit den Klimageschwindigkeitsbonus erhalten. Die Kombination mit einer neuen Wärmepumpe ist der wirtschaftlich beste Fall.

Ihr Dach nach Süden ausgerichtet ist (Abweichung bis 30 Grad ist akzeptabel) und keine Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude vorliegt.

Sie langfristig in der Immobilie bleiben – mindestens 15 bis 20 Jahre, um die Investition zu amortisieren.

Solarthermie ist weniger sinnvoll, wenn:

Sie nur die Grundförderung von 30 Prozent erhalten. Die Amortisationszeiten von über 30 Jahren sind dann zu lang.

Ihr Dach nach Norden ausgerichtet oder stark verschattet ist. Der Ertrag sinkt dann so weit, dass sich die Investition nicht rechnet.

Sie bereits eine moderne Brennwertheizung haben und keinen Heizungstausch planen. Die zusätzliche Förderung entfällt, und die Einsparungen sind zu gering.

Die verfügbare Dachfläche begrenzt ist. In diesem Fall ist Photovoltaik oft die bessere Wahl, weil der erzeugte Strom vielseitiger nutzbar ist.

Vergleich mit Photovoltaik

Photovoltaik erreicht typischerweise eine Rendite von 5 bis 8 Prozent pro Jahr und amortisiert sich in 10 bis 13 Jahren – ohne Förderung. Solarthermie kommt selbst mit Förderung nur auf 2 bis 5 Prozent Rendite.

Der Vorteil von Solarthermie: Sie nutzt die Sonnenenergie effizienter für Wärme (60–80 Prozent Wirkungsgrad gegenüber 15–22 Prozent bei PV) und erhält höhere Förderungen. Bei begrenzter Dachfläche und hohem Wärmebedarf kann Solarthermie daher die bessere Wahl sein.


Fazit

Solarthermie rechnet sich 2025 vor allem in einem Fall: beim Austausch einer alten fossilen Heizung gegen eine Wärmepumpe mit Solarthermie-Unterstützung. Dann greifen die hohen Förderungen von bis zu 70 Prozent, und die Amortisation liegt bei 7 bis 11 Jahren.

Als Einzelmaßnahme mit nur 30 Prozent Förderung ist Solarthermie wirtschaftlich grenzwertig. Die Amortisationszeiten von 25 bis 40 Jahren übersteigen oft die Lebensdauer der Anlage.

Wer Solarthermie aus Überzeugung für den Klimaschutz installieren möchte, macht nichts falsch – die Technik ist ausgereift und langlebig. Wer rein nach Rendite entscheidet, sollte die Fördervoraussetzungen genau prüfen und gegebenenfalls Photovoltaik als Alternative in Betracht ziehen.


Nächste Schritte

Prüfen Sie zunächst Ihre Förderfähigkeit: Haben Sie Anspruch auf den Klimageschwindigkeitsbonus oder den Einkommensbonus? Dann holen Sie mindestens drei Angebote von Fachbetrieben ein und vergleichen Sie die Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Denken Sie daran: Der KfW-Antrag muss vor der Beauftragung gestellt werden. Planen Sie dafür ausreichend Vorlauf ein.

Standorte: Bobingen (Augsburg), Gutenzell-Hürbel (Ulm/Memmingen), Klosterlechfeld

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