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Wärmepumpe im Altbau: Lohnt sich das? Kosten, Voraussetzungen & Tipps

HeizCenter Redaktion14. Januar 202512 Min. Lesezeit
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Sanierung
Förderung
BEG
Kosten
Voraussetzungen

Wärmepumpen galten lange als Technologie nur für Neubauten. Das stimmt heute nicht mehr. Mit moderner Technik und attraktiven Förderungen von bis zu 70% ist die Wärmepumpe auch im Altbau eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung – wenn die Voraussetzungen stimmen.

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Mit bis zu 70% Förderung und modernen Hochtemperatur-Wärmepumpen ist der Altbau kein Hindernis mehr. Die Amortisation liegt oft bei nur 8–12 Jahren.

Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?

Die klare Antwort: Ja, in den meisten Fällen. Entscheidend ist nicht das Baujahr Ihres Hauses, sondern die Heizlast und die mögliche Vorlauftemperatur.

Moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichen Vorlauftemperaturen von bis zu 70°C – das reicht für viele Altbauten völlig aus. Auch wenn Ihre Heizkörper nicht die neuesten sind, kann eine Wärmepumpe funktionieren.

Der entscheidende Faktor: Vorlauftemperatur

Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe:

  • Fußbodenheizung: 30–35°C – ideal für Wärmepumpen
  • Moderne Flachheizkörper: 45–55°C – gut geeignet
  • Alte Rippenheizkörper: 55–70°C – möglich mit Hochtemperatur-Wärmepumpe
💡
Tipp vom Experten

Testen Sie Ihre Heizkörper: Drehen Sie an einem kalten Tag den Heizungsvorlauf auf 50°C. Werden alle Räume warm? Dann ist eine Wärmepumpe sehr wahrscheinlich möglich.


Voraussetzungen prüfen

Bevor Sie eine Wärmepumpe im Altbau installieren, sollten folgende Punkte geprüft werden:

1. Heizlast des Gebäudes

Die Heizlast gibt an, wie viel Wärme Ihr Haus benötigt. Ein Energieberater berechnet diese genau. Als Faustregel gilt:

  • Unsanierter Altbau (vor 1980): 100–150 W/m²
  • Teilsaniert (Fenster + Dach): 60–100 W/m²
  • Gut saniert: 40–60 W/m²

2. Vorhandene Heizkörper

Große Heizkörper sind vorteilhaft – sie können mit niedrigeren Vorlauftemperaturen arbeiten. Oft ist ein Heizkörpertausch gar nicht nötig oder nur in einzelnen Räumen sinnvoll.

3. Dämmstandard

Eine Wärmepumpe funktioniert auch ohne perfekte Dämmung. Allerdings verbessert jede Dämmmaßnahme die Effizienz. Sinnvolle Reihenfolge:

  1. Oberste Geschossdecke / Dach (oft günstig und wirkungsvoll)
  2. Kellerdecke
  3. Fenster (falls noch Einfachverglasung)
  4. Fassade (aufwändig, aber großer Effekt)

4. Aufstellort für Außeneinheit

Die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt:

  • Mindestabstand zum Nachbarn (Schallschutz)
  • Freie Luftzirkulation
  • Fundament oder Wandhalterung
  • Kondensat-Ableitung

5. Elektroanschluss

Die meisten Wärmepumpen benötigen einen 400V-Drehstromanschluss. Dieser ist in den meisten Häusern vorhanden oder kann nachgerüstet werden.


Kosten einer Wärmepumpe im Altbau

Im Altbau liegen die Gesamtkosten etwas höher als im Neubau – aber die Förderung gleicht das mehr als aus.

Kostenposition Kosten
Wärmepumpe + Installation (inkl. Pufferspeicher) 30.000 – 45.000 €
Ggf. Heizkörpertausch (einzelne Räume) 2.000 – 5.000 €
Ggf. Elektroanpassung 500 – 1.500 €
Hydraulischer Abgleich 500 – 1.000 €
Gesamt vor Förderung 33.000 – 52.500 €

💡 Praxisbeispiel: Familie Maier aus Gutenzell-Hürbel

Altbau von 1978, 160 m², Heizung bisher mit Öl. Neue Luft-Wasser-Wärmepumpe (Hochtemperatur) mit Pufferspeicher. Gesamtkosten: 42.000 €. Mit 50% Förderung (auf 30.000 € gedeckelt): 15.000 € Zuschuss → Eigenanteil 27.000 €. Ersparnis gegenüber Öl: ca. 1.400 €/Jahr.

Betriebskosten im Vergleich

Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m² und 20.000 kWh Wärmebedarf:

Heizungsart Jährliche Kosten
Gasheizung ca. 2.400 €
Ölheizung ca. 2.800 €
Wärmepumpe (JAZ 3,5) ca. 1.700 €

Förderung 2025: Bis zu 70% Zuschuss

Der Staat fördert den Umstieg auf erneuerbare Energien großzügig. Gerade im Altbau ist die Förderung besonders attraktiv:

Förderung Höhe
Grundförderung 30%
Klimageschwindigkeitsbonus (bei Austausch fossiler Heizung) +20%
ODER Einkommensbonus (unter 40.000 € zvE) +30%
Effizienzbonus (natürliches Kältemittel oder Erdwärme) +5%
Realistisch erreichbar 50–65%
⚠️
Wichtig: Förderhöchstgrenze beachten

Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € gedeckelt (selbstgenutztes EFH). Klimabonus und Einkommensbonus sind nicht kombinierbar – Sie erhalten entweder den einen oder den anderen!

Rechenbeispiel

📊
Beispielrechnung: Altbau mit Gasheizung

Gesamtkosten: 38.000 €
Förderfähige Kosten (max.): 30.000 €
Förderung 50% (30% Grund + 20% Klimabonus): -15.000 €
= Eigenanteil: 23.000 €

Bei Einkommensbonus statt Klimabonus: 60% von 30.000 € = 18.000 € Förderung → 20.000 € Eigenanteil


So gehen Sie vor: Schritt für Schritt

Schritt 1: Energieberater konsultieren

Ein zertifizierter Energieberater prüft Ihr Haus und berechnet die Heizlast. Die Kosten (500–1.500 €) werden mit 50% gefördert (max. 1.300 € Zuschuss über die Bundesförderung für Energieberatung).

Schritt 2: Angebote einholen

Lassen Sie sich von qualifizierten Fachbetrieben Angebote erstellen. Achten Sie auf Referenzen im Altbau-Bereich.

Schritt 3: Förderantrag stellen

Wichtig:

Der Antrag muss VOR der Auftragserteilung bei der KfW eingereicht werden!

Schritt 4: Installation

Nach dem Zuwendungsbescheid können Sie den Auftrag erteilen. Die Installation dauert in der Regel 2–4 Tage.


Fazit: Wärmepumpe im Altbau lohnt sich

Mit der richtigen Planung und den aktuellen Förderungen ist die Wärmepumpe auch im Altbau eine wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Investition. Die Technik ist ausgereift, die Förderung so hoch wie nie.

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