Gasheizung Kosten 2026: Was kostet eine neue Gasheizung?
Ihre alte Gasheizung macht Probleme und Sie überlegen, ob sich eine neue noch lohnt? Eine berechtigte Frage – denn 2025 hat sich einiges geändert. Die gute Nachricht: Eine Gasheizung bleibt eine der günstigsten Optionen bei der Anschaffung. Die weniger gute: Förderung gibt's praktisch keine mehr, und die Betriebskosten steigen Jahr für Jahr.
In diesem Artikel zeige ich Ihnen transparent, was eine neue Gasheizung 2026 wirklich kostet – und ob es für Ihre Situation bessere Alternativen gibt. Denn manchmal ist die günstigste Anschaffung langfristig die teuerste Lösung.
Was kostet eine Gasheizung 2026? Die ehrliche Rechnung
Fangen wir mit den harten Zahlen an. Eine komplette Gas-Brennwertheizung inklusive Installation kostet Sie 9.000 bis 15.000 Euro. Das ist etwa die Hälfte einer Wärmepumpe – aber eben nur die halbe Wahrheit.
Kostenaufstellung Gasheizung
Praxisbeispiel: Familie Huber aus Bobingen
Einfamilienhaus, 140 m², Altbau von 1985. Alte Gasheizung nach 22 Jahren defekt. Neues Brennwertgerät (Viessmann Vitodens 300-W) mit 200-Liter-Speicher: 9.800 € schlüsselfertig installiert.
Brennwerttechnik – warum es keine Alternative mehr gibt
Falls Sie noch eine Niedertemperaturheizung haben: Die dürfen seit 2015 nicht mehr eingebaut werden. Das ist aber kein Nachteil – moderne Brennwertgeräte holen aus jedem Kubikmeter Gas deutlich mehr Wärme raus.
Der Trick: Brennwertkessel nutzen auch die Abgaswärme, die bei alten Heizungen ungenutzt durch den Schornstein ging. Das bringt Ihnen:
- Bis zu 98% Wirkungsgrad (statt 85-90% bei Niedertemperatur)
- 15-30% weniger Gasverbrauch bei gleicher Heizleistung
- Niedrigere Abgastemperaturen = weniger Schadstoffausstoß
Kurz gesagt: Wenn schon Gasheizung, dann auf jeden Fall Brennwert. Alles andere wäre rausgeschmissenes Geld.
Die versteckten Kosten: Was Sie jährlich zahlen
Hier wird's interessant – und für viele überraschend. Denn während die Anschaffung günstig ist, summieren sich die Betriebskosten ordentlich.
Jährliche Betriebskosten
- Gasverbrauch: ca. 2.400 €
(20.000 kWh × 12 Cent/kWh) - CO₂-Abgabe 2025: ca. 220 €
(55 €/Tonne × 4 Tonnen) - Wartung: 150 – 200 €
- Schornsteinfeger: 80 – 120 €
Gesamt: ca. 2.850 – 2.940 €/Jahr
= 240 – 245 € pro Monat
Zum Vergleich: Wärmepumpe
- Stromverbrauch: ca. 1.200 €
(5.000 kWh × 24 Cent/kWh) - CO₂-Abgabe: keine
(Strom ist befreit) - Wartung: 80 – 150 €
- Schornsteinfeger: entfällt (bei reiner WP)
Gesamt: ca. 1.280 – 1.350 €/Jahr
= 107 – 113 € pro Monat
Der Unterschied? Rund 1.500 € pro Jahr – zugunsten der Wärmepumpe. Und das trotz höherer Anschaffungskosten. Rechnet man die Heizungsförderung ein, amortisiert sich eine Wärmepumpe oft schon nach 6-8 Jahren.
CO₂-Preis: Das wird noch teurer
Ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Die CO₂-Abgabe steigt jedes Jahr. Und das ist gesetzlich so gewollt.
Entwicklung der CO₂-Abgabe
Was heißt das konkret? Bei einem typischen Einfamilienhaus (20.000 kWh Gasverbrauch) zahlen Sie 2025 etwa 220 € CO₂-Abgabe pro Jahr. 2027 könnten das schon 300 € sein. Experten rechnen langfristig mit 100-150 €/Tonne – das wären dann 500-600 € zusätzlich pro Jahr. Nur für die CO₂-Steuer.
Förderung 2026: Die ernüchternde Wahrheit
Ich muss Ihnen hier keine falschen Hoffnungen machen: Reine Gasheizungen werden nicht mehr gefördert. Punkt. Seit Juli 2022 ist Schluss damit.
Es gibt nur noch zwei Ausnahmen:
Gas-Hybridheizung
Gasheizung + Wärmepumpe oder Solarthermie in Kombination
Förderung: Bis zu 70% auf den erneuerbaren Anteil
H2-ready Gasheizung
Wasserstofffähige Geräte für künftigen H2-Betrieb
Förderung: Theoretisch möglich, praktisch kaum verfügbar
Was Sie trotzdem absetzen können
Auch ohne BEG-Förderung ist nicht alles verloren. Über den Steuerbonus (§ 35c EStG) können Sie die Handwerkerkosten absetzen:
- 20% der Kosten über 3 Jahre verteilt
- 7% im ersten Jahr, 7% im zweiten, 6% im dritten
- Maximal 40.000 € Kosten ansetzbar = bis zu 8.000 € Steuerersparnis
Bei einer Gasheizung für 10.000 € sind das immerhin 2.000 € zurück. Besser als nichts – aber verglichen mit 50-70% BEG-Förderung für eine Wärmepumpe ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Nicht sicher, welche Heizung sich für Sie wirklich lohnt?
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Heizungsgesetz 2024: Was gilt für Gasheizungen?
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat viele verunsichert. In unserem ausführlichen GEG-Ratgeber erklären wir alle Details. Hier die wichtigsten Fakten:
✓ Was Sie weiterhin dürfen
- Bestandsschutz: Ihre funktionierende Gasheizung darf weiterlaufen
- Reparaturen: Defekte Teile dürfen ersetzt werden
- Übergangsfrist: Bei Totalausfall 5 Jahre Zeit für erneuerbaren Ersatz
✗ Was sich ändert
- Neubauten: In Neubaugebieten ab 2024 mind. 65% erneuerbare Energien
- Städte >100.000 EW: Ab Mitte 2026 gilt die 65%-Regel auch im Bestand
- Kleinere Kommunen: Ab Mitte 2028 – abhängig von der Wärmeplanung
- 30-Jahre-Regel: Heizkessel über 30 Jahre müssen getauscht werden
📍 In unserer Region (Augsburg, Landkreis, Günzburg)
Augsburg als Großstadt muss die Wärmeplanung bis Mitte 2026 vorlegen. Bobingen und der ländliche Raum haben bis 2028 Zeit. Konkret heißt das: Wenn Sie jetzt eine Gasheizung einbauen, haben Sie in den meisten Fällen noch 10-15 Jahre, bevor Handlungsbedarf entsteht.
Gas vs. Alternativen: Der ehrliche Vergleich
Bevor Sie sich entscheiden, hier der direkte Vergleich – mit echten Zahlen aus unseren Projekten:
*Förderung nur auf den erneuerbaren Anteil der Hybridheizung
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Auf 15 Jahre gerechnet ist die Wärmepumpe fast 20.000 € günstiger – trotz der höheren Anschaffungskosten. Einen noch detaillierteren Vergleich finden Sie in unserem großen Heizungsvergleich 2026.
Wann macht Gas trotzdem Sinn?
Ich will hier ehrlich sein: Es gibt Situationen, in denen eine Gasheizung 2026 noch die richtige Wahl sein kann. Zum Beispiel:
- Heizungsausfall im Winter – Sie brauchen schnell Wärme und haben kein Budget für größere Investitionen
- Haus wird in 5-10 Jahren verkauft – die Amortisation einer Wärmepumpe rechnet sich nicht mehr
- Gasanschluss vorhanden, kein Platz für Wärmepumpe – manche Grundstücke machen eine Außeneinheit unmöglich
- Unsanierter Altbau mit Vorlauftemperatur >55°C – hier arbeitet eine Wärmepumpe weniger effizient (aber: Hochtemperatur-Wärmepumpen sind eine Option)
Aber: Selbst in diesen Fällen sollten Sie zumindest die Gas-Hybridvariante prüfen. Die ist förderfähig und gibt Ihnen Flexibilität für später.
Fazit: Die Gasheizung als Auslaufmodell
Ich fasse zusammen:
- Anschaffung: 9.000-15.000 € – günstig im Vergleich
- Betriebskosten: ~2.900 €/Jahr und steigend
- Förderung: Nur noch Steuerbonus (max. 2.000 €)
- Zukunftsperspektive: Unsicher – steigende CO₂-Kosten, auslaufende Technologie
Meine ehrliche Empfehlung: Wenn Sie heute eine neue Heizung für die nächsten 20 Jahre planen, ist eine reine Gasheizung meist nicht mehr die beste Wahl. Lassen Sie sich beide Varianten durchrechnen – mit echten Zahlen für Ihr Gebäude.
Als Meisterbetrieb mit Standorten in Augsburg, Ulm und Memmingen beraten wir Sie gerne persönlich zum Thema Heizungstausch. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns.
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was kostet eine neue Gasheizung 2026 komplett mit Einbau?
Eine komplette Gas-Brennwertheizung inklusive Installation kostet 9.000 bis 15.000 Euro. Im Preis enthalten sind Brennwertgerät (3.000-7.800 Euro), Warmwasserspeicher falls nötig (1.000-1.500 Euro), Installation mit hydraulischem Abgleich (2.000-3.000 Euro) und Demontage der Altanlage (500-1.000 Euro). Ein neuer Gasanschluss kostet zusätzlich 1.500-2.500 Euro.
Was kostet eine Gasheizung im laufenden Betrieb pro Jahr?
Die jährlichen Betriebskosten liegen bei etwa 2.850 bis 2.940 Euro für ein typisches Einfamilienhaus. Das setzt sich zusammen aus Gasverbrauch (ca. 2.400 Euro), CO₂-Abgabe 2025 (ca. 220 Euro), Wartung (150-200 Euro) und Schornsteinfeger (80-120 Euro). Das entspricht etwa 240-245 Euro pro Monat.
Lohnt sich eine Gasheizung 2026 noch?
Das hängt von Ihrer Situation ab. Eine Gasheizung hat niedrige Anschaffungskosten, aber hohe Betriebskosten (ca. 1.500 Euro mehr pro Jahr als eine Wärmepumpe). Es gibt praktisch keine Förderung mehr, nur einen Steuerbonus (max. 2.000 Euro). Auf 15 Jahre gerechnet ist eine Wärmepumpe trotz höherer Anschaffungskosten oft 20.000 Euro günstiger. Gas kann sinnvoll sein bei Notfällen, kurzfristigem Verkauf oder extremen Platzbeschränkungen.
Welche Förderung gibt es 2026 für Gasheizungen?
Reine Gasheizungen werden nicht mehr gefördert über die BEG. Nur Gas-Hybridheizungen (Gas + Wärmepumpe/Solarthermie) erhalten bis zu 70% Förderung auf den erneuerbaren Anteil. Alternativ können Sie über den Steuerbonus (§ 35c EStG) 20% der Handwerkerkosten über 3 Jahre absetzen, maximal 8.000 Euro Steuerersparnis bei 40.000 Euro Investition.
Was sagt das Heizungsgesetz 2024 zu Gasheizungen?
Bestehende Gasheizungen haben vollen Bestandsschutz und dürfen weiterlaufen. Reparaturen sind erlaubt. Die 65%-Regel für erneuerbare Energien gilt aktuell nur in Neubaugebieten. Im Bestand greift sie erst nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung: in Großstädten ab Mitte 2026, in kleineren Gemeinden ab Mitte 2028. Bei Totalausfall gibt es fünf Jahre Übergangsfrist.
Welche Alternative zur Gasheizung ist am besten?
Die Wärmepumpe ist für die meisten Hausbesitzer 2026 die wirtschaftlichste Alternative. Anschaffung 25.000-35.000 Euro, aber mit 30-70% BEG-Förderung. Betriebskosten nur ca. 1.300 Euro pro Jahr (statt 2.900 Euro bei Gas). Auf 15 Jahre gerechnet etwa 20.000 Euro günstiger. Alternativen: Gas-Hybrid (Kombination aus beiden), Pelletheizung (wenn Platz vorhanden) oder Fernwärme (wo verfügbar).
Was ist eine H2-ready Gasheizung?
Eine wasserstofffähige Gasheizung, die später auf Wasserstoff umgerüstet werden kann. Die Idee: Heute mit Erdgas heizen, künftig mit grünem Wasserstoff. In der Praxis sind diese Geräte 2025 kaum verfügbar und es ist völlig unklar, ob und wann flächendeckend Wasserstoff verfügbar sein wird. Experten raten eher zu bewährten erneuerbaren Lösungen wie Wärmepumpen.
Wie entwickelt sich die CO₂-Abgabe für Gas?
Die CO₂-Abgabe steigt kontinuierlich: 2025: 55 Euro pro Tonne, 2026: 65 Euro, ab 2027 im Marktkorridor 55-65 Euro, danach unbegrenzt. Experten rechnen langfristig mit 100-150 Euro pro Tonne. Bei 20.000 kWh Gasverbrauch zahlen Sie 2025 etwa 220 Euro CO₂-Steuer pro Jahr, bei 100 Euro/Tonne wären das 500-600 Euro zusätzlich.
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